Junge Strafentlassene machen Kunsthandwerk

Der Neubeginn nach einer längeren Gefängnisstrafe ist schwierig. Besonders auf dem Weg zur Berufstätigkeit werden die Ex-Häftlinge mit fast unüberwindbaren Hürden konfrontiert. Dabei gibt es wahrscheinlich keine bessere Option einer erfolgreichen Reintegration in die Gesellschaft als durch Arbeit.

 

Mit 516 Insassen pro 100.000 Einwohner hat Georgien die höchste Häftlingszahl im europäischen Raum. Viele von ihnen sind jung und ohne Ausbildung. Nach ihrer Entlassung aus dem Knast sind ihre berufliche Perspektiven in einem Land mit durchschnittlich 40 % Jugendarbeitslosigkeit sehr begrenzt.

 

Im einigen Strafanstalten lernen junge Häftlinge die Herstellung traditionellen Kunsthandwerks. Würde es also nicht nahe liegen, dass sie nach ihrer Entlassung die Lehre fortsetzten und womöglich Kunsthandwerk als ihr Berusfziel sähen?


Dafür möchte Sozialuri Kapitali zusammen mit Berufsschulen und Partnerinstitutionen Ausbildungsmöglichkeiten in Kunsthandwerk für junge Ex-Häftlinge schaffen. Parallel möchten wir einen Online-Markt für Kunsthandwerk aus Georgien aufbauen. Etablierte georgische Kunsthandwerker unterstützen unsere Initiative und sind bereit, junge Ex-Häftlinge zu beschäftigen. Zuerst als Praktikanten im Rahmen ihrer vom georgischen Justizministerium geförderten Ausbildung. Später eventuell als Mitarbeiter in ihren Werkstätten.

Aktivitäten

► Souvenirs aus Georgien | Dezember 2017Details

„Kompetenzentwicklung von Kunsthandwerker durch Herstellung von Souvenir Prototypen“ war ein Projekt der "Georgian Heritage Crafts Association" mit technische Unterstützung von "Sozialuri Kapitali" und das "Center of Crime Prevention" im Georgischen Ministerium für Justiz. Kunsthandwerker, einige von ihnen Ex-Sträflinge, Berufsschullehrer und Designer kreierten und entwickelten in vier verschiedenen thematischen Workshops eine Reihe von Souvenir-Prototypen für ihre spätere Produktion. Ein Katalog wurde erstellt. Die Aktivität wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanziert.

Download Katalog

 

 

► Weihnachtsmärkte in Köln | Dezember 2016Details

Das deutsche Design Label Kinikoni hat in der Weihnachstzeit 2016 Kunsthandwerk aus der Produktionserie von Sozialuri-Kapitali (SKommerce) in Köln vermarktet. Von 21. November bis 4. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt Stadtgarten und am 17. Und 18 Dezember in dem „Superweihnachtstmarkt“. Außerdem wurden viele der eigenen Artikeln von Kinikoni in den Werkstätten unserer Kooperationspartnern in Georgien hergestellt.

 

 

► Tbilisi 1st International Summit of Craft & Design | 23. bis 25. September 2016Details

Sozialuri-Kapitali beteiligte sich mit einem eigenen Stand in der ersten Internationalen Messe für Kunsthandwerk & Design, die vom 23. bis 25. September 2016 in Tiflis stattfand. Organisiert vom Georgischen Kunst- und Kulturzentrum und in Zusammenarbeit (u.a.) mit dem Ministerium für Kultur und Denkmalschutz Von Georgien, der Georgischen Nationalen Tourismusverwaltung, dem British Council, der US-Botschaft in Georgia und dem Schweizerischen Kooperationsbüro in Georgien, bot die Messen den lokalen und internationalen Akteuren die Möglichkeit, den Experten, Käufern und dem breiten Publikum marktorientierte nationale Produkte zu präsentieren und für das Georgische und südkaukasische Handwerks in den globalen Markt zu werben.

 

 

► Projektvorstellung | 29. Januar 2016Details

Am 29. Januar 2016 stellte Sozialuri Kapitali (SK) in der Geschäftsstelle des Georgian Arts and Culture Centre in Tiflis das Projekt „Junge Strafentlassene machen Kunsthandwerk“ vor. Etwa fünfzig Kunsthandwerker aus verschiedenen Sparten waren der Einladung gefolgt und nahmen an der Sitzung teil.

 

Zwei Vorstandsmitglieder von SK, Pablo Fernández und Mikail Farulava gaben Einblick in die Ziele der Organisation und in das Kunsthandwerk-Projekt. Mikail Farulava berichtete über seine Erfahrungen als Emaille-Lehrer an der Jugendstrafanstalt von Avchala bei Tiflis.

 

Anschließend fasste Ketevan Chitashvili von der Partnerorganisation Center of Crime Prevention (CFCP) die Aufgaben und Ziele des CFCP und dessen Beitrag zum Projekt zusammen.

 

Den Anwesenden wurde nahegelegt, Praktikum-Stellen in ihren Werkstätten für junge Strafentlassene zur Verfügung zu stellen. Achtzehn von ihnen haben sich dazu bereit erklärt, insgesamt dreißig Auszubildende aufzunehmen.